Internet für alle
Rund 20 Prozent der Internetnutzer schalten zwecks schnellerer Seitenübertragung die Bild- und Multimediadarstellung (wie zum Beispiel: Java oder Shockwave) im Browser ab. Was dann auf vielen Seiten übrigbleibt ist, wenn überhaupt, eine Überschrift und ein kläglicher Rest von Datenmüll (wie zum Beispiel: Bild, Logo der Firma Meier oder ähnliches). Navigieren ist meist völlig ausgeschlossen.
Dem Surfer bleibt dann, wenn er sich nicht gleich entnervt aus dem Staub macht, nur die Möglichkeit, die Blink- und Klopfgeister wieder anzuschalten.
Was aber macht ein sehbehinderter oder blinder Internetuser, dem Bilder und Konsorten nicht weiterhelfen?
Sie haben richtig gehört - für "Sehende" kaum vorstellbar wird das Internet zunehmend auch von Sehbehinderten und Blinden genutzt. Ermöglicht wird dies u. a. durch Bildschirm-Ausleseprogramme, sog. Screen Reader oder taktile Braille-Displays (Blindenschrift). Diese Hilfsmittel setzen jedoch die Einhaltung bestimmter Standards voraus. Bereits kleine Abweichungen oder Fehler bei der Erstellung einer Webseite führen dazu, dass diese Seiten von Blinden nicht mehr genutzt werden können.
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." (Grundgesetz Art. 3, Abs. 3)
Warum gilt das nicht im Internet?Gerade im "grossgeistigen" Internet wird dieses Gesetz mit Füssen getreten, oftmals natürlich aus Unkenntnis.
Dabei ist es recht einfach, behindertengerechte Seiten zu gestalten, wenn Sie nur ein paar Regeln berücksichtigen.
Helfen auch Sie mit, diesen Umstand zu ändern. Schaffen Sie ein barrierefreies Internet.
Die folgenden Design-Richtlinien sollen dazu beitragen dass Webseiten künftig für alle nutzbar sind:
Wichtige Regeln, nicht nur für blindengerechtes Webdesign
- Präsentieren Sie wichtige Informationen nicht nur in Bildern oder Multimediaanimationen oder Audiodateien. Sie sollten zusätzlich auch als Text bereitgehalten werden.
- Setzen Sie Alternativtexte für Verweise, Bilder und Rahmen. Eine vom Seiteneditor erzeugte Nummer, eine leere Angabe oder eine überlange Erklärung sind nicht hilfreich. Eine Rahmenbezeichnung "linksunten" ist gut gemeint, doch die Position interessiert nicht, sondern die Funktion. "Navigation", "Inhalt" etc. sind geeignete Namen.
- Verwenden Sie korrektes HTML. 90% der deutschen Internet-Seiten sind syntaktisch fehlerhaft.
- Prüfen Sie Ihre Seite mit verschiedenen Browsern. Dadurch vermeiden Sie die Nutzung von Seiteneffekten Ihres Lieblingsbrowsers.
- Prüfen Sie die Voreinstellungen Ihres Seiteneditors: Sprache, Zeichensatz, Formatierungen, Alternativtexte ...
Dies ist eine der häufigsten Fehlerursachen!
Profis werfen einen Blick auf den generierten Quellcode.
- Benutzen Sie HTML-Tags nur für die vorgesehene Formatierung: Überschriften (z.B. <H1>) nicht zur Schriftgrößenänderung, Tabellen nicht zum Blocksatz, ...
- Legen Sie Texte nicht als Bilder ab.
- Lassen Sie Skripte möglichst nur auf der Serverseite (z.B. CGI, PHP etc.) und nicht auf der Client-Seite (z.B. Javaapplets, ISMAP-Imagemaps etc.) laufen...
- Plazieren Sie wichtige Navigationselemente am Anfang der Seite
- Notieren Sie die Anweisung zur Angabe der verwendeten HTML-Version immer ganz am Anfang der HTML-Datei vor dem einleitenden <html>-Tag:
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0//EN" "http://www.w3.org/TR/REC-html40/loose.dtd">
Hinter der startenden spitzen Klammer folgt ein Ausrufezeichen. Dahinter folgt die Angabe DOCTYPE HTML PUBLIC. Das bedeutet, daß Sie sich auf die öffentlich verfügbare HTML-DTD beziehen. Die folgende Angabe, die in Anführungszeichen steht, ist wie folgt zu verstehen:
W3C ist der Herausgeber der DTD, also das W3-Konsortium. Eine Angabe wie DTD HTML 4.0 bedeutet, daß Sie in der Datei den SGML-Dokumenttyp "HTML" verwenden, und zwar in der Sprachversion 4.0. Das EN ist ein Landeskürzel und steht für die Sprache, in diesem Fall Englisch. Die Angabe bezieht sich darauf, in welcher Sprache die Tag-Befehle definiert wurden, nicht auf den Inhalt Ihrer Datei. Benutzen Sie also immer EN, da HTML-Tags auf der englischen Sprache basieren.
Die Schrägstriche notieren Sie so wie im obigen Beispiel.
Wenn Sie HTML 4.0 angeben, können Sie auch die Internet-Adresse der offiziellen DTD von HTML mit angeben. Notieren Sie die Adresse so wie im obigen Beispiel in Anführungszeichen innerhalb des DOCTYPE-Befehls:http://www.w3.org/TR/REC-html40/loose.dtd
Benutzen Sie diese Adresse für HTML-Dateien, die sich zwar an den HTML-4.0-Standard halten, aber auch Elemente enthalten, die demnächst aus dem Standard entfernt werden (z.B <font> oder <center>).http://www.w3.org/TR/REC-html40/strict.dtd
Benutzen Sie diese Adresse für HTML-Dateien, die sich strikt an den HTML-Standard halten und bereits keine Elemente mehr enthalten, die beim W3-Konsortium auf der Abschußliste stehen, also demnächst aus dem Standard entfernt werden (z.B <font> oder <center>).http://www.w3.org/TR/REC-html40/frameset.dtd
Benutzen Sie diese Adresse für HTML-Dateien, in denen Sie Frame-Sets definieren.
(Aus Stefan Münz "Selfhtml")
- Wenn Sie Java oder JavaScript nutzen, sollten Sie alternative Möglichkeiten schaffen um an die dahinterstehenden Verweise und Informationen zu kommen.
Hier können Sie Ihre Seiten auf sehbehinderten- und blindengerechtes Design überprüfen:
Hören Sie wie ein Blinder Ihre Website sieht::
Insbesondere empfehlen wir folgende Seiten:
Weiterführende Links:
Mobiltelefone, Kartenverträge und Service,
zugeschnitten auf die Bedürfnisse sehbehinderter und blinder Menschen,
weitere Hilfsmittel und Einkaufsberatung:
Hoings Rehatechnik
Tel: 0231/9710300
Email: hoings-reha@t-online.de
